BdKom meets LPRS: Klimaschutz von Berlin bis Brüssel - Public Affairs im Super-Wahljahr

Die “Gletscher-Schmelze könnte unumkehrbar werden”, das “Klimaschutzgesetz reicht nicht weit genug” und “Mehr Naturkatastrophen wegen Klimawandel” - Das sind nur einige der Schlagzeilen, die seit geraumer Zeit die Titelseiten der Zeitungen füllen. Die Klimakrise ist weltweit zunehmend spürbar und kann zu einer existenziellen Bedrohung werden. Zu Recht bestimmt dieses Thema daher die Politik. Wie sich der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) dazu im Super-Wahljahr 2021 positioniert und welche Kommunikationsstrategien dieser verfolgt, erklärte Jan Ulland, Pressesprecher und Leiter Pressestelle und Online-Kommunikation des BDEW. Gemeinsam mit Mitgliedern der Leipziger Public Relations Studenten e. V. (LPRS) diskutierten die BdKom-Mitglieder der Landesgruppe Mitteldeutschland über Public Affairs im Kontext von Klimaschutz und Energiewende.
 
Ergänzt wurde die Online-Veranstaltung durch das Thema Nachwuchsförderung. Ina Froehner, Bildungsbeauftragte des BdKom, gab einen Überblick über die Vorzüge einer Mitgliedschaft für Studierende und Young Professionals im größten Berufsverband für Kommunikator*innen im deutschsprachigen Raum.
 
 
Die Energiewende zwischen Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit
 
Der BDEW vertritt knapp 2000 kommunale wie private Mitgliedsunternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette tätig sind. Gegenüber Politik, Fachpublikum und Presse versteht sich der Verband als Sprachrohr der Branche. In einem umfassenden Vortrag zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen des Klimaschutzes sowie der kommunikativen Positionierung des BDEW legte Jan Ulland dar, wie der Verband und seine Mitglieder die Energiewende mitgestalten und mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind.
 
Dabei gelingt es ihm, das bereits Erreichte wertzuschätzen und gleichzeitig zu verdeutlichen, dass bis zum nächsten Zwischenziel noch einiges getan werden muss: Bereits 2030 sollen in der Europäischen Union im Vergleich zum Jahr 1990 mindestens 55 % weniger Treibhausgase emittiert werden.  In Deutschland ist zudem der sukzessive Ausstieg aus Kohle- und Atomkraft vorgesehen. Erstmals bricht der Klimaschutzplan der Bundesregierung die Gesamtziele auf einzelne Sektoren herunter – für die Energiewirtschaft entsteht so eines der größten Investitionsprojekte in Deutschland.

 
“Was wir dringend brauchen ist ein Boom beim Ausbau von Windkraft und Photovoltaik.”
 
Dies ist nur eine zentrale Forderung, die Jan Ulland für den BDEW formuliert. Er wünscht sich schnellere Genehmigungsverfahren und bessere Rahmenbedingungen für den Ausbau Erneuerbarer Energien. Was auf den ersten Blick so einleuchtend klingt, ist für die politische Kommunikation in der Bundesrepublik und in Brüssel eine Herausforderung. Da der Netzumbau für Erneuerbare Energien z. B. den Bau neuer Hochspannungsleitungen erfordert und einen tiefgreifenden Strukturwandel nach sich zieht, stoßen die Veränderungen teilweise auf Proteste seitens Betroffener. Die kommunikativen Aktivitäten des BDEW im diesjährigen Super-Wahljahr müssen beide Seiten bedenken.
 
Seine Forderungen wird der BDEW in einer Wahlpublikation in Kürze vorstellen. Darüber hinaus greift der Verband auf eine eigens zu diesem Thema erstellte Webseite sowie verschiedene Veranstaltungen zurück, um seinen Standpunkt zu kommunizieren. Neben Parteien, Ministerien und Umweltverbänden sollen auch junge Zielgruppen adressiert werden, u. a. durch eine stärkere Nutzung von Social Media. “Das Thema Bewegtbild wollen wir in diesem Jahr noch forcieren”, erklärte Ulland in diesem Kontext, betonte aber auch, dass ein weitere Ausbau der Social-Media-Kommunikation besondere Ressourcen und spezifisches Know-how erfordere. Obwohl die Pressemitteilung gerade für Verbände nach wie vor häufig zu den Kommunikationsinstrumenten erster Wahl  gehörten, wolle der BDEW seine Social-Media-Aktivitäten weiter verstärken, um jüngere Generationen zu erreichen.

 
Apropos Generation: Die Nachwuchsförderung des BdKom
 
Um junge Zielgruppen drehte sich auch der zweite Teil der Veranstaltung. Ina Froehner gab den Teilnehmer*innen einen Überblick über die Vorteile einer Mitgliedschaft im BdKom, der erst kürzlich die Nachwuchsförderung neu strukturiert hat. Studierende profitieren nach einer erfolgreichen Bewerbung neben anderen Angeboten von zwei Jahren kostenloser Verbandsmitgliedschaft. Damit spricht der Berufsverband jährlich 100 junge Menschen an, die ihre Karriere insbesondere im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit planen.
 
Für die Phase des Berufseinstiegs bietet der BdKom auch eine Förderung für Young Professionals. Schließlich verantwortet der Berufsverband weitere Angebote, etwa ein Mentoring-Programm, die Sommerakademie und den BdKom Talent Award - ein buntes Programm also, von dem in Zukunft sicher einige Leipziger Studierende profitieren möchten.
 

Text: Hannah Kurtze, LPRS e.V.
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