Die neue EU-Whistleblower-Richtlinie – Chancen und Risiken für die Unternehmenskommunikation

21.04.2021 - 17:30 bis 19:30

Landesgruppe: 

Bis Dezember 2021 muss Deutschland die Whistleblower-Richtlinie der EU ratifizieren. Wichtigste Konsequenz: Unternehmen mit mehr als 49 Beschäftigten müssen ein Hinweisgebersystem für Meldungen von Mitarbeiter*innen bzw. Geschäftspartner*innen einführen. Dieses soll sicherstellen, dass Missstände dem Unternehmen gemeldet werden können – bevor sich „Whistleblower“ an externe Stellen (z.B. Aufsichtsbehörden) wenden oder gar öffentlichkeitswirksam äußern.
 
In der Vergangenheit haben Whistleblower ihren Organisationen durch externe Meldungen große Reputationsschäden zugefügt: Das gilt nicht nur für „Mr. Whistleblower“ Edward Snowden bei der NSA, sondern auch hierzulande für Hinweisgeber, zum Beispiel beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, VW, BOSCH, der Deutschen Bank oder der HypoVereins-Bank. Auch kleinere Organisationen wie die Kassenärztliche Vereinigung Bremen, die Vivantes Altenpflege GmbH oder der Landkreis Segeberg waren von Reputationsschäden durch externes Whistleblowing betroffen.
 
Damit Missstände intern gemeldet und entsprechend bearbeitet werden, sind nicht nur gesetzliche Standards zu erfüllen. Vielmehr ist eine transparente, wertebasierte und ethisch orientierte Unternehmens- und Compliance-Kultur zu leben. Sie trägt entscheidend dazu bei, die durch Missstände verursachten finanziellen Kosten und Reputationsschäden zu verhindern oder einzudämmen. Daneben erfordert die Einführung von Meldesystemen Sensibilität für Vorbehalte und Ängste von Belegschaft und Management.
 
Die Unternehmenskommunikation greift dabei an folgenden Stellen:
  • Moderation der Einführung des Meldesystems zwischen verschiedenen Unternehmensabteilungen (Management, IT und digitale Geschäftsprozesse, Recht/Compliance, Personalabteilung, Betriebsrat), Unterstützung bei der Auswahl eines Software-Anbieters, Organisation von Schulungen, Reporting und Feedbackmanagement,
  • Akzeptanzkommunikation: transparente Kommunikation der rechtlichen Regelungen und deren Auswirkungen auf Nutzung der internen Meldesysteme und der Bearbeitung von Meldungen, Darstellung des Mehrwertes der Meldesysteme, moderierte Diskussion der Vorbehalte, Risiken und Chancen,
  • Aufbau bzw. Ausbau der Compliance-Kultur im Licht des Meldesystems,
  • Vor dem Hintergrund der vorgenannten Aufgaben: Auswahl passender und akzeptanzförderlicher Meldekanäle,
  • Vorbereitung der Krisenkommunikation für externe Meldungen und insb. Offenlegungen.

 
Robert Weichert, Constanze Reinsberg und Dr. Erik Fritzsche von der Dresdner Unternehmensberatung für Kommunikation WeichertMehner geben einen Überblick über die unterschiedlichen Facetten der Whistleblower-Richtlinie und vermitteln ein praxisnahes Vorgehen, um die Anforderungen der EU-Richtlinie und insbesondere die Aufgaben der Unternehmenskommunikation zu erfüllen.
 

Wann:
Mittwoch, 21. April 2021
17:30 - 19:30 Uhr

 
Wo:
Microsoft Teams
Einwahldaten werden per E-Mail bekannt gegeben
 
Bitte melden Sie sich bis zum 21. April, 12:00 Uhr an. Mit der Anmeldebestätigung erhalten Sie den Einwahllink zur Veranstaltung.
 
Die Veranstaltung wird von der DPRG LG Sachsen gemeinsam mit der Landesgruppe Mitteldeutschland des BdKom durchgeführt.
 
Referent*innen:
Robert Weichert ist Gründer und Partner von WeichertMehner. Er erwarb Abschlüsse in Geistes- und Sozialwissenschaften an der Technischen Universität in Dresden sowie an der renommierten Privatuniversität Regents College in London. Als Experte für Reputationsmanagement berät er Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung und Umsetzung von kommunikativen Strategien in komplexen Veränderungsprozessen. Er ist zudem ausgebildeter Negotiation Facilitator und betätigt sich regelmäßig beim Management von Krisen, Sondersituationen und anspruchsvollen Kommunikationsprojekten, für die es kein Standardvorgehen gibt. So führt er mit hoher Prozesssicherheit Organisationen durch alle Phasen der Veränderung und Erneuerung.
 
Constanze Reinsberg berät bei WeichertMehner vorwiegend Unternehmen, Verbände und Institutionen des öffentlichen Rechts in den Bereichen Marken- und Kampagnenmanagement sowie Public Relations. Bereits während ihres Studiums der Kommunikations- und Medienwissenschaften, Amerikanistik und Psychologie in Leipzig, Florenz und Auckland war sie in den Bereichen Marktforschung, Public Relations und in der Hörfunkproduktion tätig. Anschließend organisierte sie das World Culture Forum in Dresden. In ihrer langjährigen Agenturtätigkeit moderierte sie zahlreiche Kommunikations-Workshops und verwandelte Analyseergebnisse in schlüssige Kommunikationsstrategien. Sie weist umfassende Kenntnisse in der integrierten Kommunikation und der Positionierung von Marken sowie der kommunikativen Begleitung von New Work auf.
 
Dr. Erik Fritzsche berät bei WeichertMehner Unternehmen und Organisationen in den Bereichen Corporate und Change Communication. Er studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Rechtswissenschaft an der Exzellenzuniversität TU Dresden. 2016 wurde er mit einer organisations- und institutionenanalytischen Arbeit promoviert. Für Akteure in Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft berät und forscht er seit über zehn Jahren. Zu seinen vertieften Kenntnissen gehören Fragen der Strategie, Institutionen- und Organisationsentwicklung sowie des politischen und betrieblichen Forecasting und Risikomanagements. Er war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Studienstiftung des deutschen Volkes.
 

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