**VERSCHOBEN** Blinde Flecken im Journalismus: Wo blieb die Osteuropa-Forschung in der Berichterstattung vor dem Ukraine-Krieg?

09.06.2022 - 09:00 bis 10:00
 
**Die Veranstaltung wird verschoben. Ein neuer Termin wird bekannt gegeben.**
 
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Osteuropa-Forschung gefragter denn je in den deutschen Medien. So wie in der Corona-Krise Ärztinnen und Ärzte zu allen Details der Pandemie Stellung nehmen sollten, sollen jetzt die Osteuropa-Forschenden ihre Expertise zur Geschichte und Kultur der Ukraine einbringen. Es entsteht der Eindruck, dass vor dem Angriffskrieg die Region quasi terra incognita in der deutschen Berichterstattung war, obwohl es vielfältige wissenschaftliche Erkenntnis dazu gab.
 
Anfang April fragte Thomas Urban, früherer Osteuropa-Korrespondent für die Süddeutsche Zeitung, in einem Essay für den journalist, warum einige Narrative des Kremls, die mit der Annexion der Krim und dem Krieg im Industrierevier Donbass 2014 ihren Ausgang nahmen, bis heute überaus wirksam geblieben sind (https://www.journalist.de/startseite/detail/article/die-narrative-des-kremls).
 
Was haben die deutschen Medien dazu beigetragen, dass man in Berlin Putins Grenzüberschreitungen so lange hingenommen hat?
Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse lagen vor und warum wurden sie nicht abgefragt, obwohl sie für eine Neubewertung hilfreich gewesen wären?
Was bedeutet der Mangel an qualifizierter Information gerade auch für die Politik?
Und was können Journalismus und Wissenschaftskommunikation tun, um solche blinde Flecken zu vermeiden?
 
Gemeinsam mit Thomas Urban und Gwendolyn Sasse, Wissenschaftliche Direktorin des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien ZOiS in Berlin, wollen wir diese Fragen in unserem nächsten Webtalk diskutieren.
 
Wann: 
Donnerstag, 09. Juni 2022
09:00 - 10:00 Uhr
 
Wo:
Zoom
Einwahldaten werden per E-Mail bekannt gegeben