WebTalk WissKomm: Unsicherheit kommunizieren: Wie vorläufiges Wissen öffentliche Debatten informieren kann

17.09.2021 - 09:00 bis 10:00
 
Zum Selbstverständnis von Forschenden gehört, dass ihre Ergebnisse nicht in Stein gemeißelt sind, sondern immer eine Art vorläufiges Wissen darstellen. Dieses muss „falsifizierbar“ sein, also überprüfbar und dadurch prinzipiell zu widerlegen. Nur so wird wissenschaftlicher Fortschritt überhaupt ermöglicht. Hinzu kommt, dass Studien, auch wenn sie repräsentativ sind, die Wirklichkeit nie perfekt abbilden können. Wissenschaftler*innen informieren also die Öffentlichkeit nur mit Hilfe von Wahrscheinlichkeiten.
 
Dies deckt sich häufig nicht mit den Erwartungen und Bedürfnissen der Öffentlichkeit und vor allem politischer Entscheider*innen: Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass das mögliche Verfallsdatum von Wissen ausgeblendet wird, um unter hohem Druck schnelle Entscheidungen zu rechtfertigen.
 
Dadurch entstehen Unsicherheiten, Widersprüche und letztlich veritable Konflikte, die die Lösung gesellschaftlicher Probleme erschweren können und das Vertrauen in die Wissenschaft möglicherweise beschädigen.
 
Eine wichtige Frage für die Wissenschaftskommunikation ist also: Wie kann vorläufiges Wissen kommuniziert werden und gleichzeitig die öffentliche Debatte konstruktiv informieren?
 
Diese Frage wollen wir mit Marco Bertolaso, Nachrichtenchef des Deutschlandfunks und Buchautor, diskutieren.
Marco Bertolaso wird in einem 20-minütigen Input das Thema besprechen, danach gibt es die Möglichkeit zur Diskussion. Moderieren wird Harald Wilkoszewski, Abteilungsleiter Kommunikation am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).
 

Wann:
Freitag, 17. September 2021
09:00 - 10:00 Uhr

 
Wo:
Microsoft Teams
Einwahldaten werden per E-Mail bekannt gegeben
 

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